Live Encoder (Software oder Hardware)

Um einen Livestream zu erstellen und von Ihrer Kamera ins Internet zu senden, benötigen Sie einen Live-Encoder.
Dies ist entweder eine Live-Encoder Software auf einem Computer (siehe nächster Absatz)
oder eine Live-Encoder Hardware (siehe weiter unten).

Ausnahmen:

  • Live-Encoding per Smartphone finden Sie auf einer separaten Seite.
  • In besonderen Fällen haben Kameras einen eingebauten Live-Encoder. Bspw. Überwachungskameras.
    Diese Kameras sind jedoch normalerweise nur für spezielle Standorte mit dauerhaft, fest montierter Kamera geeignet.
    Mehr dazu hier: Streaming- und IP-Kameras.

Live-Encoder Software

"Flash Media Live Encoder" (von Adobe, für Windows und Mac) ist eine sehr einfach zu bedienende, kostenfreie Live-Encoder Software – jedoch etwas veraltet und wird von Adobe nicht mehr weiterentwickelt. Die Qualität ist gut, und das Bild kann in der Auflösung, Bildrate, etc. angepasst werden. Zudem kann in verschiedenen Auflösungen/Datenraten parallel übertragen werden.

"Wirecast" (von Telestream, für Windows und Mac) ist eine gute Alternative zum "Flash Media Live Encoder". Die Software kostet zur Zeit 480 Dollar (sonst 685 Dollar) und kann zwischen angeschlossenen Kameras während des Livestreams umschalten. Zudem können Videodateien, Trailer, Wartebildschirme, wie auch der Bildschirminhalt von Ihrem PC übertragen werden. Der Livestream lässt sich mit Grafiken, Titeln, Bauchbinden, etc. erweitern.
Ein weiterer Vorteil von "Wirecast" ist die Auswahl von einem sehr schnellen "Low Latency" Encoder (x264). Normalerweise benötigt ein Live-Encoder 2-5 Sekunden um das eingehende Videobild als Stream zu versenden. Dies ist eine ganz normale Latenz, also ein zeitlicher Versatz, und dient einer optimierten Bildqualität. Der hier verfügbare Low-Latency Encoder verkürzt diese Zeit deutlich. www.telestream.net

"OBS" (Open Broadcaster Software) ist eine kostenfreie Software (OpenSource) für Windows, Mac und Linux. Sie bietet fast alle Funktionen von Wirecast, ist aber etwas ungewöhnlich in der Bedienung. OBS ist weltweit bekannt geworden für die Übertragung von Computerspielen, ist aber eine ausgereifte, professionelle Encodingsoftware und sehr zu empfehlen. www.obsproject.com

 

Weitere Live-Encoder Software:

  • www.vidblaster.com
  • www.xsplit.com
  • www.vmix.com.au
  • www.switcherstudio.com

Live-Encoder Software per App (Android Smartphones + Apple iOS iPhone/iPad)

  • GoCoder (unsere Empfehlung)
  • switcherstudio
  • Wirecast Go (läuft nach unserer Erfahrung of nicht)

Übertragung per Live-Encoder Hardware

Epiphan Pearl Mini: Redner + PowerPoint + Titel. Quelle: a.v.t. GmbH, www.tv-box.tv
Epiphan Pearl Mini: Redner + PowerPoint + Titel. Quelle: a.v.t. GmbH, www.tv-box.tv

Eine Live-Encoding Hardware leistet die Übertragung ohne PC und Software.

  • Die Konfiguration ist manchmal umständlicher – dafür arbeitet das Gerät aber später auf Knopfdruck: Start - Stopp
  • Eine Hardware ist robuster, ohne Kabelsalat aufzubauen und weniger anfällig für technische Störungen, Viren, usw. wie bei einem PC oder Laptop. 
  • Live-Encoder Hardware hat teilweise mehr als einen Kamera Eingang (HDMI, SDI, USB). Hierdurch lassen sich mehrere Kameras oder auch eine Kamera + das PowerPoint-Signal vom Beamer einführen. 
  • Die Leistungsfähigkeit bei den günstigen Live-Encodern ist nicht immer auf dem gleichem Niveau wie bei einem schnellen PC. Dies ist für ruhige Bildinhalte weniger relevant (Vorträge) – für schnelle Einzelbewegungen oder eine bewegte Kamera (z.B. Sportübertragung) spielt dies eine große Rolle. Hier werden Bildbereiche schnell verwaschen. D.h. "langsame" Encoder (Teradek VidiU) benötigen dann eine höhere Datenrate für das optisch selbe Ergebnis, welches ein "schneller" Encoder (z.B. Monarch HD) mit weniger Datenrate realisiert.

Produkte und Hersteller Empfehlung:

  • Sehr viele Kunden verwenden den "Monarch HD / HDX" von Matrox. Dieser überzeugt mit einer sehr guten Encoding-Qualität. Speziell bei vielen Bewegungen im Bild fällt dies auf. Für FullHD-Video unsere beste Empfehlung.
    Preisbereich: ab 900 Euro netto.
    (Der deutlich teurere "Monarch EDGE" ist eher als Encoder für Spezialfälle zu verstehen.)
  • Sobald Sie mit a) mehreren Kameras oder b) eine Kamera + PowerPoint arbeiten, benötigen Sie ein Videomischpult für die Zusammenführung (Bild in Bild) oder für den Wechsel zwischen den Kameras (bzw. Kamera und PowerPoint). Dies ist nach unserer Erfahrung sehr oft gefragt bei Übertragung von Schulungen, Vorträgen, Messen, politische Ratssitzungen, etc. Hier empfehlen wir sehr gerne den Epiphan Pearl Mini. Ein Live-Encoder mit mit Touch-Display, mehreren Eingängen für SDI und HDMI, einstellbaren Videoübergängen, Titel, Grafiken, etc.
    Preisbereich: ca 3800 Euro netto.
  • Andere Videomischpulte wie ein Tricaster von NewTek oder die weit verbreitete ATEM-Reihe von Blackmagic Design sollten einzeln geprüft werden, ob sie einen eigenen Live-Encoder eingebaut haben oder dieser für die Ausgabe eines Livestream an den Ausgabe-Anschluss angehängt werden muss. Falls nicht inklusive, empfehlen wir als reinen Live-Encoder nach dem Videopult den oben genannten Monarch HD.
  • Einen Blick wert sind auch die Encoder von Teradek mit eingebautem WiFi oder die Erweiterungsmöglichkeit mit einer Antenne oder einem Router für LTE.
  • Wenn Sie ein AV-System von z.B. Extron verwenden, ist Livestreaming natürlich ebenfalls möglich. 
  • Weitere Anbieter sind Teracue und Osprey. 
  • Eine interessante und innovative Lösung für LIVE-Streaming + Live-Mischer gesteuert per iPad finden Sie mit dem "Livewedge".
  • Live-Encoder anderer Anbieter können gerne ebenfalls eingesetzt werden.

Tipp:

Ein Hardware Live-Encoder sollte gelegentlich mit Software-Updates versorgt werden. Geräte wie der Matrox Monarch und Epiphan Pearl Mini sind von den Herstellern im laufe der Zeit immer noch weiter optimiert und sogar mit neuer Funktionalität erweitert worden!

ABER: eine Funktion für automatische Updates sollte unbedingt deaktiviert werden. Es gab sowohl bei Matrox als auch bei Teradek bereits Updates die deren Encoder vorübergehend lahm gelegt haben. Dies wäre bei einem zufälligen Update direkt vor einer Liveübertragung ein absolutes No-Go.